Mikołajki (Nikolaiken) - Das „Masurische Venedig“

Einwohner: ca. 4.000
Übernachtungsmöglichkeit
 
Verkehrsanbindung: Eisenbahn, Linienbusse und Weiße Flotte.
 
Lage: Nikolaiken liegt malerisch im Zentrum der Masurischen Seenplatte am Nikolaiker See, zwischen Spirding-See (Jez. Śniardwy) und Talter Gewässer (Jez. Tałty). 
 
Geschichte: Schon im Mittelalter, als der Deutsche Orden die Region eroberte, gab es an Stelle des heutigen Mikołajki ein Fischerdorf. Erstmals urkundlich im Jahr 1444 als Kirchdorf erwähnt, erhielt der Ort 1726 vom preußischen König Friedrich
Wilhelm I. das Stadtrecht. Der Ortsname leitet sich vermutlich vom Schutzheiligen der Kirche St. Nikolaus ab. 1516 wurde die erste Brücke über den Nikolaiker See errichtet, die heutige Fußgängerbrücke.
 
Sehenswertes: Marktplatz mit Brunnen, der den „Stinthengst“ zeigt, den König der Maränen, einer in Masuren verbreiteten Fischart. Evangelische Kirche, 1842 nach einem Entwurf des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel errichtet. Evangelischer Friedhof. Promenade am See. Beim nahen Lucknainen befindet sich das „Schwanenparadies“, ein Naturreservat und Brutplatz von bis zu 1.000 wilden Höckerschwänen.
 
Touristik: Nikolaiken verfügt über mehr als 50 Hotels, Gästehäuser und Pensionen, darunter das mit 667 Betten größte Hotel Masurens, das Hotel Gołębiewski.
Der Ort ist Anlegestelle der „Weißen Flotte” und besitzt einen großen Sporthafen für Segelschiffe, Yachten und Motorboote. Ein Anziehungspunkt für Jung und Alt ist das Tropicana-Erlebnisbad. Eine Besondeheit im heute katholischen Polen ist das „Museum der Reformation“, geöffnet Mo-Fr 10-17 Uhr. Es ist untergebracht im Marion-Dönhoff-Gymnasium und wurde vom pensionierten Pastor gegründet, einem der letzten echten Masuren des einst protestantischen Orts. Auf der anderen Straßenseite befindet sich die alte Molkerei, ein imposanter Ziegelbau.
 
Tipps: Gießen Sie bei einem Bummel das südliche Flair von Nikolaiken, das den Beinamen „Masurisches Venedig“ wegen seiner vielen Brücken erhielt und besuchen Sie die See-Promenade mit ihren Fischlokalen und Kneipen. An einem Pfeiler angekettet, entdecken Sie eine überlebensgroße Nachbildung des Stinthengstes, die Hauptfigur folgender Sage:

Der Stinthengst
Im Nikolaiker See lebte einst der Stinthengst, der König der Maränen. Als die Fischer einst lange erfolglos ihre Netze ausgeworfen hatten, verfing er sich darin. Um sein Leben zu retten, versprach er, stets für großen Fischreichtum zu sorgen. Die Fischer willigten ein, ließen ihn jedoch nicht davon schwimmen, sondern ketten ihn - schlitzohrig wie sie waren - als lebendes Pfand unter einer Brücke an. Der König der Fische hielt trotzdem sein Versprechen und seitdem gibt es die wohlschmeckenden Nikolaiker Maränen. Er schwimmt auch heute noch unter der Stadtbrücke und man ehrt ihn jedes Jahr festlich mit der "Wasserung". Dafür bannt der Stinthengst unverändert die große Fischschwärme an den Ort und bringt den Fischern stets reichen Fangsegen.